{"id":6739,"date":"2025-06-13T09:37:11","date_gmt":"2025-06-13T05:37:11","guid":{"rendered":"https:\/\/kardio.az\/?p=6739"},"modified":"2025-06-13T09:37:11","modified_gmt":"2025-06-13T05:37:11","slug":"paroxysmale-supraventrikulare-tachykardien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kardio.az\/de\/blog\/paroxysmale-supraventrikulare-tachykardien\/","title":{"rendered":"Paroxysmale supraventrikul\u00e4re Tachykardien"},"content":{"rendered":"<h1 class=\"wp-block-heading\">Herzrhythmusst\u00f6rung: Dank Nasenspray seltener in die Notaufnahme<\/h1>\n\n\n\n<p>Durch die intranasale Applikation von Etripamil lassen sich paroxysmale supraventrikul\u00e4re Tachykardien (PSVT) oft in Eigenregie beenden. Das erspart den Betroffenen das Aufsuchen von Notfallambulanzen.Von&nbsp;Dr. Beate SchumacherVer\u00f6ffentlicht:&nbsp;11.06.2025, 04:00 Uhr<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Wichtigste in K\u00fcrze<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Frage:<\/strong>&nbsp;Kann die Selbsttherapie mit Etripamil-haltigem Nasenspray bei paroxysmaler supraventrikul\u00e4rer Tachykardie (PSVT) die Betroffenen davor bewahren, eine Notaufnahme aufsuchen zu m\u00fcssen?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Antwort:<\/strong>&nbsp;Ja. Im Vergleich zu einer Placebotherapie sinkt das Risiko von 22 Prozent auf 14 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bedeutung:<\/strong>&nbsp;Wenn zw\u00f6lf Personen eine PSVT mit Etripamil behandeln, l\u00e4sst sich eine Notaufnahme verhindern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Einschr\u00e4nkung:&nbsp;<\/strong>Gepoolte Analyse von zwei randomisierten kontrollierten Studien.<\/p>\n\n\n\n<p>Durham.&nbsp;Ein Nasenspray mit dem Kalziumkanalblocker Etripamil verspricht schnelle Abhilfe bei PSVT: In der Phase-III-Studie RAPID hatten 30 Minuten nach der Anwendung 64 Prozent der ambulanten Patienten und Patientinnen eine Konversion in einen Sinusrhythmus erreicht, mehr als doppelt so viele wie mit einem Placebospray (31 Prozent).<\/p>\n\n\n\n<p>In NODE-301, ebenfalls einer Phase-III-Studie, war zwar nach f\u00fcnf Stunden kein Unterschied zu Placebo zu erkennen (prim\u00e4res Studienziel), aber auch hier hatten nach 30 Minuten signifikant mehr mit Etripamil als mit Placebo Behandelte einen Sinusrhythmus (Odds Ratio 2,1).<\/p>\n\n\n\n<p>Wie sich das auf den Anteil der Betroffenen auswirkt, die wegen der PSVT eine Notaufnahme aufsuchen m\u00fcssen, konnte in den beiden Studien nicht untersucht werden, weil die statistische Power daf\u00fcr nicht ausreichte. Die Antwort liefert nun eine Sekund\u00e4ranalyse, in der die beiden Studien gemeinsam ausgewertet wurden (<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1001\/jamacardio.2025.0417\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">JAMA Cardiol 2025; online 9. April<\/a>). Danach l\u00e4sst sich das Risiko f\u00fcr die Behandlung in einer Notaufnahme durch die Selbstbehandlung mit Etripamil relativ um fast 40 Prozent reduzieren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"540\" height=\"360\" src=\"https:\/\/kardio.az\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/svt.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6741\" srcset=\"https:\/\/kardio.az\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/svt.jpg 540w, https:\/\/kardio.az\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/svt-300x200.jpg 300w, https:\/\/kardio.az\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/svt-18x12.jpg 18w\" sizes=\"(max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Behandlung von zw\u00f6lf Episoden verhindert eine Notaufnahme<\/h3>\n\n\n\n<p>Die gepoolte Kohorte bestand aus 340 Personen (70 Prozent Frauen, Durchschnittsalter 54) mit einer PSVT, davon 206 aus den Etripamil- und 134 aus den Placebogruppen. Die PSVT-Episode binnen 30 Minuten zu beenden, gelang 58 Prozent mit dem Kalziumkanalblocker und 32 Prozent mit der Scheintherapie, die Chance wurde also durch Etripamil fast verdoppelt. Eine weitere orale oder intraven\u00f6se Therapie erhielten 25 Prozent versus 15 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p>In einer Notaufnahme mussten 14 Prozent vs. 22 Prozent behandelt werden, dies entsprach einer signifikanten Risikoreduktion. Anders ausgedr\u00fcckt: Um eine Notaufnahme zu verhindern, mussten zw\u00f6lf PSVT-Episoden mit Etripamil behandelt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie ambulante Selbstbehandlung mit Etripamil k\u00f6nnte dazu beitragen, Notaufnahmen und Kosten und Komplexit\u00e4t der Versorgung von PSVT zu reduzieren\u201c, lautet das Fazit der Studiengruppe mit Erstautor Sean Pokorney von der Duke University School of Medicine in Durham. Um das Ergebnis, das auf einer Analyse von gepoolten Daten basiert, abzusichern, seien weitere Studien von Nutzen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Studien im Detail<\/h3>\n\n\n\n<p>In NODE-301 sollten die Beteiligten im Fall einer PSVT entweder einmal 70 mg Etripamil oder Placebo intranasal applizieren. Im Unterschied dazu war in RAPID eine zweite Dosis Etripamil oder Placebo vorgesehen, wenn die PSVT nicht innerhalb von 10 Minuten beendet werden konnte. Wenn dies auch nach 30 Minuten noch nicht der Fall war, sollten die Betroffenen \u00e4rztliche Hilfe suchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Erfolg der Behandlung wurde von einem Komitee beurteilt, das ohne Kenntnis der Gruppenzuordnung die EKG-Aufzeichnungen auswertete. Au\u00dferdem wurde die Zahl der Patienten und Patientinnen erfasst, die innerhalb von 24 Stunden nach einer PSVT eine Notaufnahme aufsuchten.<\/p>\n\n\n\n<p>In beiden Studien konnten die Patienten vor der Applikation der Studientherapie zun\u00e4chst probieren, die PSVT durch ein Vagusman\u00f6ver zu beenden. Allerdings war nur 5 Prozent dieser Versuche Erfolg beschieden. Die Studienautoren r\u00e4umen jedoch ein, dass dies wahrscheinlich die Erfolgsaussichten in einer breiteren SVT-Population nicht korrekt widerspiegelt.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das Etripamil-haltige Nasenspray wurde in den USA eine Zulassung beantragt. Einem Complete Response Letter von M\u00e4rz 2025 zufolge hat die FDA keine Bedenken zu den Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten, fordert aber zus\u00e4tzliche Informationen zu Chemie, Herstellung und Kontrolle des Medikaments.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzrhythmusst\u00f6rung: Dank Nasenspray seltener in die Notaufnahme Durch die intranasale Applikation von Etripamil lassen sich paroxysmale supraventrikul\u00e4re Tachykardien (PSVT) oft in Eigenregie beenden. 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